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Damit Lepra nicht in Vergessenheit gerät, wird alljährlich am letzten Sonntag im Januar der „Welt-Lepra-Tag“ begangen. Obwohl die Zahlen der Neuinfektionen rückläufig sind, infizieren sich jedes Jahr weltweit etwa 200.000 Menschen mit Lepra. Davon ist jeder 10. ein Kind. Die überwiegende Mehrheit der Infektionen tritt in Brasilien, Indien und Indonesien auf.

Bei Lepra oder Aussatz handelt es sich um eine chronische Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Mycobacterium leprae hervorgerufen wird. Wegen der langsamen Vermehrung des Erregers kann die Inkubationszeit mehrere Monate oder auch Jahre betragen. Lepra wird vermutlich über Tröpfcheninfektion übertragen. Der genaue Übertragungsweg ist nicht bekannt. Nur wenige der Infizierten erkranken tatsächlich an Lepra. Man geht aber davon aus, dass sie als asymptomatische Überträger die Krankheit weiter verbreiten.

Lepra ist vollständig heilbar. Allerdings wird bei über 10% der Patienten die Krankheit zu spät entdeckt, so dass schwere körperliche Schädigungen bleiben.
Die Diagnostik erfolgt anhand der klinischen Symptome und mittels Labordiagnostik. Im Unterschied zu anderen Mykobakterienspezies kann M. leprae nicht kulturell gezüchtet werden. Die Kultur und Empfindlichkeitsprüfung gelingt nur im Tiermodell und dauert fast ein Jahr. Auch ist der mikroskopische Nachweis aus Hautproben oder Nasensekret oft schwierig, weil 70% der Leprapatienten mikroskopisch-negativ sind. Daher ist heute der Erregernachweis mittels PCR die erste Wahl.

Das molekulargenetische Testsystem GenoType LepraeDR ermöglicht den gleichzeitigen Nachweis von M. leprae und dessen Antibiotikaresistenzen direkt aus Patientenproben.
Das rechtzeitige Erkennung der Erkrankung und die wirksame Therapie spielen eine entscheidende Rolle nicht nur bei der Behandlung des einzelnen Leprapatienten, sondern auch beim Durchbrechen der Infektionskette und damit der Eliminierung von Lepra.